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In San Pedro de Atacama treffen wir Helga und Ekki, die Eltern von Anja, und Angelika, eine sehr gute Freundin, mit der Anja schon öfter mit dem Rad auf Reisen war. Die drei sind auch mit ihren Fahrrädern da und wollen uns für einen Monat begleiten. Uns tut es gut in San Pedro wieder alles an Infrastruktur und Lebensmitteln zu finden, was wir so brauchen. Wenn man wie wir in einem Land wie Deutschland aufgewachsen ist, dann verunsichert es im südlichen Bolivien schon sehr, selbst für die Grundnahrungsmitteln immer auf Suche gehen zu müssen. Der Unterschied im Preisniveau zwischen Bolivien und Chile könnte kaum größer sein: Für $10 konnten wir bei der Laguna Verde als Familie übernachten, inkl. Abendessen, Frühstück und Mittagessen. Für das gleiche Geld gibt es in San Pedro gerade mal die Übernachtung für einen von uns.

 Nachdem wir uns einige Tage erholt haben und auch noch einiges organisiert, brechen wir jetzt zu siebt auf, noch mal hoch auf die chilenische Seite des Altiplano. In San Pedro ist es brutal heiß und so beschließen wir, uns die ersten 1000 Höhenmeter per Pickup bis zu den Thermalquellen Puritama transportieren zu lassen. Von dort aus geht es weiter steil bergauf bis auf 4500m, immer in Richtung der Geysire bei El Tatio. Die Chilenen scheinen im Allgemeinen deutlich bessere Fahrzeuge zu besitzen, auf jeden Fall sind die Strassen viel steiler angelegt als auf der bolivianischen Seite, die sich in vielleicht 10 km  Entfernung hinter dem Andenhauptkamm befinden. Wir sind die dünne Luft ja inzwischen gewohnt, aber die Eltern von Anja müssen sich erst akklimatisieren und jetzt zu siebt müssen wir vom Fahr-/Pausenrhythmus her noch zusammenfinden. So geht es die ersten zwei Tage noch etwas langsamer voran. Am dritten Tag erreichen wir gegen Mittag El Tatio, ein Gebiet von Geysiren, das genau gegenüber dem von Sol de Mañana in Bolivien liegt. Am Nachmittag geben die Geysire nur sanftes Geblubber von sich, also zelten wir dort, um am nächsten Morgen die Geysire in Aktion zu sehen. Es gibt auch eine Thermalquelle, bei der wir baden können, aber es weht Wind, das Wasser ist entweder zu kalt oder in der Nähe der Quelle gleich brühend heiß, so dass unser Bad enttäuschend kurz wird. Als wir am nächsten Morgen aus dem Zelteingang schauen, gibt es über die ganze Senke verstreut Dampfsäulen, die bis zu 20 m in den Himmel ragen. Das Geblubber des Wassers ist aber nur unwesentlich höher als am Vorabend, von einem "hot water, that jets into the air" kann nicht die Rede sein. Von dem Altiplano geht es in einer riesigen Schlucht erstmal ordentlich nach unten. Der Fluss, der die Schlucht einst gegraben hat, ist nur noch ein Rinnsal und fließt zur aktuellen Jahreszeit gar nicht mehr. Über eine Ebene sausen wir jetzt auf exzellenter Lehmpiste in Richtung Caspana, einem Dorf, dass sich tief in einem von einem Bach begrünten Cañon inmitten der Wüste versteckt. Nach so viel Staub und Trockenheit freuen wir uns über das Grün und die vielen bunten Blüten. Oskar nutzt die Wasserversorgung und bäckt uns einen "Sandkuchen". Über Chiu Chiu gelangen wir schließlich nach Calama, für uns die erste große Stadt seit Oruro in Bolivien.

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