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Mit den Tagen, die uns noch bis Weihnachten zur Verfügung stehen, lässt sich in der Atacamawüste keine schlüssige Tour mehr durchführen, so dass wir uns per Nachtbus 1000 km nach Süden beamen lassen, um noch eine Woche der Pazifikküste im zentralen Teil von Chile entlang zu radeln.  In Los Vilos müssen wir einen zusätzlichen Tag ausharren, bis die Busgesellschaft unsere 5 Räder und das ganze Gepäck in verschiedenen Bussen auch noch transportiert hat. Der Angestellte der Busgesellschaft in Los Vilos, den wir stündlich mit Nachfragen nerven, ist auch sichtlich erleichtert, als endlich alles da ist. Das Wetter ist bewölkt und angenehm kühl als wir schließlich aufbrechen. Immer der Küste geht es entlang bis Valparaiso. Zunächst ist es recht einsam und rauh mit wenigen Fischerdörfern, dann kommen wir durch Siedlungen von Wochenendvillen reicher Leute aus Santiago. Als wir uns Viña del Mar, dem Strandresort in Chile schlechthin  nähern, werden diese schließlich von hunderten terrassierter Betonbunker mit Meeresblick abgelöst. Nur noch mit Mühe und viel Suchen finden wir dort eine Unterkunft, das unserem Budget entspricht. Drei Tage bleiben wir in Viña del Mar und Valparaiso (ist gleich nebenan). Wir besuchen Museen, machen Hafenrundfahrten, genießen zu Fuß den Bohemian Flair der auf den Hügeln gelegenen Künstlerviertel in Valparaiso und trinken Kaffee auf einer Terrasse mit Aussicht über die ganze Stadt und den Hafen. Für die Weihnachtstage haben wir uns eine Cabaña in einer ruhigeren Gegend auf halber Strecke zwischen Valparaiso und Santiago reserviert. Von den dicht befahrenen Strassen rund um Valparaiso biegen wir auf immer noch einsamere Nebenstrecken ab, bis wir schließlich auf einer Schotterstrasse landen und 15 km später sind wir dann endlich da.

 Auf der Strasse treffen wir gleich zwei ausgewachsene Taranteln in lebendigem Zustand und zwei in recht plattem. Wir sind ihnen gegenüber noch recht schüchtern, da wir erst später erfahren, dass sie absolut harmlos sind und man sich sie ohne Probleme über die Hand krabbeln lassen kann (haben wir dann aber - trotz zahlreicher weiterer Begegnungen - doch nicht gemacht, obwohl zumindest zwei von uns keine Skrupel gehabt hätten -> Oskar und Sophie). Die Cabaña ist perfekt für uns und unsere Kinder, um für zwei Wochen auszuspannen: Pool und Spielplatz direkt vor der Tür, Wanderwege, Indianerzelte, Tiere (auch kuscheligeres als Spinnen). Mit der Mutter von Hannes kommt auch noch die zweite Oma für Oskar und Sophie, gerade rechtzeitig für den Hl. Abend, der dann aber bei 30º recht unweihnachtlich verläuft. Bis zum 3. Januar bleiben wir in der Cabaña, unternehmen mal was in der Umgebung, machen dann wieder einen ruhigen Tag. Angelika muss an Neujahr als erstes zurück nach Deutschland, die Eltern von Anja fliegen nach Ushuiaia, um uns von dort  Richtung Santiago nach Norden zu radeln. Die werden wir dann auf der weiteren Strecke noch einmal treffen. Mit der Mutter von Hannes verbringen wir noch zwei schöne Tage in Santiago und dann heißt es auch hier Abschied nehmen. Es hat Oskar und Sophie sichtlich gut getan nicht nur die nervigen Eltern als Ansprechpartner zu haben, sondern aus einem ganzen Pool von Geschichtenerzählern, Legoautobauern und Wassertaxis (im Swimmingpool) schöpfen zu können. Zwei weitere Tage  müssen wir noch in Santiago bleiben, bis wir alles für die Weiterfahrt organisiert haben. Dann geht es per Bus noch mal 10 h nach Süden bis nach Osorno. Wir wollen für die spannendsten Orte in Patagonien genügend Zeit haben und gerade die letzte Etappe unserer Reise geruhsam abschließen.

 

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