Die Ueberfahrt nach Chaiten verlaeuft trotz duesterer Wolken auf glatter See. Wir sind die ganze Zeit bemueht Oskar zu beschaeftigen, weil der sonst wie gebannt am Herr-der-Ringe Gemetzel im Fernseher haengt. Erst gegen Mitternacht kommen wir an, packen die zuerst noch schlafenden, dann protestierenden Kinder in den Anhaenger und suchen im dunklen Chaiten nach unserer Herberge. Das Zimmer hat zwar nur unwesentlich mehr als die 4 m2 der Betten, dafuer koennen wir mit den Fahrraedern direkt in die Garage fahren.
Einen Tag bereiten wir noch unsere Weiterfahrt vor, dann geht es auf der Carretera Austral Richtung Sueden.
Bis in die 50iger Jahre hinein war der suedliche Teil Chiles nur per Boot oder ueber Stichstrassen aus Argentinien erreichbar. Dann wurde die ca. 1000km lange Carretera Austral gebaut, die sich von Chaiten bis Villa O´Higgins zieht. Der Grossteil der Strecke ist auf Schotter, fuehrt an Seen, Fjorden und natuerlich immer der Andenkette entlang. Wir haben Glueck mit dem Wetter, es regnet selten und meistens hat es blauen Himmel. Je weiter wir nach Sueden kommen desto einsamer wird die Strecke und wir zelten oft wild inmitten der herrlichen Landschaft.