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El Calafate
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3,5 Tage hatten wir bis ins 220 Km entfernte El Calafate gerechnet. Wir kommen schon nach drei Tagen an, haben dafuer aber auf den letzten 30 Kilometern nach Westen den fuerchterlichen Nachmittagswind, der uns schon aufgeben laesst. Ewig stehen wir am Strassenrand und hoffen auf einen Pick Up, der uns mitnehmen kann. Aber wir haben kein Glueck, bis zu dem Zeitlimit, das wir uns gesetzt haben, kommen nur Kleinwagen vorbei. Es hilft nichts, wir muessen doch selber aufs Rad und kaempfen uns mit 8 kmh gegen den Wind.

Erst als wir vor uns schon die Haeuser von El Calafate sehen, ist der Bann gebrochen: Jetzt kommt ein Pick Up nach dem anderen vorbei, mit breiten und leeren Ladeflaechen. Die Besitzer  winken uns zu und hupen froehlich.

Perito Moreno Gletscher

Neben der unglaublich langen Touristenmeile, an der sich Internetcafe und Souvenirladen

jeweils abloesen, gibt es in El Calafate als Attraktion nur den Perito Moreno Gletscher. Wir

leihen uns gemeinsam mit einer Australierin ein Auto aus und fahren auf eigene Faust dorthin.

Das ist ganz angenehm, so entkommen wir dem Touristshuttles. Leider hat sich rund um den

Gletscher ein recht regnerisches Mikroklima gebildet und obwohl in Calafate schoenster

Sonnenschein ist, bedecken dunkle Wolken den Himmel beim Gletscher und es nieselt bestaendig.

Die Front des Gletschers ist riesig: 80m hoch und Kilometer breit. Doch so richtig bewusst

wird uns die Groesse erst, als vermeintlich kleine Stuecke abbroeckeln und dann sehr lange

fliegen, bis sie mit gewaltigem Getose im Wasser aufschlagen. Wir haben sogar das Glueck

erleben zu duerfen, wie einer der 80 m hohen Seracs langsam kippt und ins Wasser kracht.

Oskar erzaehlt noch Tage spaeter von dem Eisberg, der umgestuerzt ist. Das Nieseln geht bald

in Regen ueber und es wird uns zu ungemuetlich, um noch laenger zu bleiben. Mit dem kurzen

aber intensiven Eindruck fahren wir wieder zurueck in die Sonne, nach Calafate.

Wie schon von El Chalten nach El Calafate fuehrt uns die Strasse nach Puerto Natales auch erst mit kraeftigem Rueckenwind nach Osten, dann bei Seitenwind nach Sueden und schliesslich heisst es wieder gegen den Wind nach Westen zu radeln. Wir stehen extra frueh auf, damit wir am windstillen Vormittag genuegend Strecke machen koennen. Am ersten Tag funktioniert dies auch gut, wir erreichen schon Mittags unser Tagesziel und statt uns ueber den Wind zu aergern, schlagen wir das Zelt auf und verbringen den Nachmittag LEGO spielend.

Am naechsten Tag beginnt der Gegenwind leider schon um 9 Uhr. Probeweise halten wir beim naechsten Pick Up den Daumen raus und sitzen auch schon drin. Der Fahrer ist der Besitzer einer der vielenEstancias, die es hier gibt, und kann uns bis nach Rio Turbio, kurz vor der Grenze nach Chile bringen. Er erzaehlt, dass seine Estancia mit 30.000 Hektar von der Groesse zum Durchschnitt zaehle und 14.000 Schafen besitze. Wir sind erstaunt, dass sein Hauptgeschaeft gar nicht die Wolle ist, sondern der Verkauf von Lammfleisch, der 70% ausmacht. Insbesondere aus Europa sei die Nachfrage momentan sehr hoch.

 

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