Die Strasse ist jetzt gut geteert und verlaeuft immer Richtung Suedost. Der Theorie nach muessten wir gut Rueckenwind haben und tatsaechlich: kaum radeln wir los, wird es auf einmal sehr still und wir fangen an zu schwitzen. Da wir genau mit dem Wind fahren, fehlt die Kuehlung und auch das schon so gewohnte Rauschen im Ohr faellt weg. Mit teilweise ueber 30 Kmh sausen wir dahin und schalten in Gaenge, die wir waehrend der ganzen Reise noch nicht gebraucht haben.
Schon nach drei Tagen kommen wir im 250 Km entfernten Punta Arenas an. Dann allerdings ziemlich kaputt und mit ordentlichem Muskelkater: Einmal im Geschwindigkeitsrausch wollten wir auch mit weniger Hilfe durch den Wind trotzdem nicht langsamer fahren. Unsere Raeder werden des Reisens immer mueder, bei mir geht der Freilauf kaputt, Speichen reissen fast taeglich und eine Nabe am Kinderanhaenger gibt schrilles metallenes Quietschen von sich. Punta Arenas nennt sich zwar "Fin del Mundo", trotzdem bekomme ich innerhalb von zwei Stunden die Lager in der Nabe ausgetauscht und auch guten Ersatz fuer den Freilauf.
Die Saison der Pinguine in Punta Arenas ist zwar schon vorbei, ein paar wenige koennen wir aber doch noch in einer Bucht 70 Km noerdlich von Punta Arenas besichtigen. Regungslos sitzen sie am Strand und harren in dem eiskalten Wind aus. Wir haben nur eine Stunde Zeit bevor unser Bus zurueckgeht, aber das reicht schon aus, uns gut durchzufrieren. Oskar und Sophie gefallen die Pinguine sehr - genau ihre Groesse.