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Die Radreise ist mit der Ankunft in Ushuaia zu Ende gegangen. Als Abschluss moechten wir noch die zerfledderte Landschaft von Inseln, Fjorden und Kanaelen suedlich von Feuerland besuchen. Dazu haben wir uns eine 4 taegige Fahrt auf dem Expeditionsschiff Mare Australis gebucht. Die Fahrt verlaeuft von Punta Arenas nach Ushuaia, deshalb fahren wir am 31.Maerz  mit dem Bus nochmal die ganze Strecke nach Punta Arenas zurueck. Im Stundentakt kommen wir an unseren Zeltplaetzen vorbei und die Landschaft wirkt aufgrund der hohen Geschwindigkeit sehr abwechslungsreich. Oskar und Sophie finden schnell Anschluss bei Ester und Lili aus Wien, so dass wir Zeit haben unsere Gedanken schweifen zu lassen. Der Tag in Punta Arenas zieht sich endlos, bis wir dann endlich am spaeten Nachmittag bei Crucero Australis einchecken duerfen.  Wir hatten den guenstigsten Preis fuer die Fahrt gewaehlt und schon mit einer sehr engen Kabine ohne Fenster gerechnet. Doch wir sind sehr positiv ueberrascht, auf unserer ganzen Reise hierher hatten nur wenige Hotelzimmer vergleichbaren Komfort. Sogar ein kleines Bett steht fuer die Kinder bereit, was die beiden dann auch gleich zum Hoehle bauen in Beschlag nehmen. Geschlafen haben sie dann aber doch lieber wieder zusammen in einem der  grossen Betten.

Spaetestens beim mehrgaengigen "Dinner" wird uns klar, dass es sich mehr um eine Kreuzfahrt als um eine Expedition handelt: Die Mitreisenden sind zu 70% US-Amerikaner im Rentenalter, Anja und ich sind vom Alter her die Ausnahme und unsere Kinder die absoluten Exoten.

Am Morgen erwartet uns zunaechst ein riesen Fruehstuecksbuffet - so wie wir es fuers Radlfahren immer gebraucht haetten. Das Schiff liegt inzwischen vor Anker in der Ainsworth Bay. Wir werden alle mit Rettungswesten ausgestattet (auch zwei kleine niedliche fuer Oskar und Sophie) und dann gehts per Zodiacs (Schlauchboote) an Land. Dicke Seeelefanten (Fettrollen mit Schnauze) gucken kurz auf, als sie uns sehen, gaehnen herzhaft und schlafen dann weiter. Oskar und Sophie sind beeindruckt. Zum Abschluss des Ausflugs warten wahlweise Whiskey mit Gletschereis oder heisse Schokolade auf uns. So langsam gewoehnen wir uns an den Luxus.

Am Nachmittag herrscht staerkerer Seegang und ich (leicht blasses Gesicht) bin froh, dass nochmal eine Exkursion ansteht. In den Schlauchbooten umrunden wir Tucker Island, eine kleine Insel auf der Kormorane, Pinguine, Enten und andere Voegel brueten. Oskar darf auch mal ans Steuer, ist erst noch zaghaft, laesst dann aber grinsend den Motor aufheulen.
Durch die vielen Eindruecke sind Oskar und Sophie am Abend so erschlagen, dass sie schon recht frueh zu Bett gehen und Anja und ich das Abendessen in Ruhe geniessen koennen. Das Bingospielen schenken wir uns (schweren Herzens), sondern gehen lieber Cocktail trinkend nach draussen. Ruhig gleitet das Schiff im Wasser dahin und die Inseln ziehen im Dunkeln vorbei.

 

Auf der Kordillera von Darwin liegt ein gigantisches Eisfeld, und an jedem Einschnitt oder Fjord, an dem wir vorbeikommen, zieht sich ein Gletscher nach unten. Fuer den zweiten Tag steht die Besichtigung des eindrucksvollen Pia-Gletschers auf dem Programm. Das an Land gehen wird jetzt schon etwas expeditionshafter, da wir mit dem Schlauchboot durch lauter Eisbloecke navigieren muessen. Der Gletscher tut seine Schuldigkeit und einige grosse Brocken stuerzen unter Krachen ins Wasser.

Am letzten Tag erreichen wir frueh morgens um 6 Uhr Kap Horn. Entgegen ueblichen Vorstellungen ist dort an diesem Morgen der Himmel strahlend blau und die Sonne scheint.
Alles ist gespannt und aufgeregt, denn es war nicht sicher, ob es moeglich sein wird, an Land zu gehen. So aber fahren wir ueber die ruhige See an die Anlegestelle und klettern ueber eine Holztreppe bis zur Skulptur des Albatros, der die Seelen der am Kap Horn gestorbenen Seeleute traegt. In der grossen Gruppe laesst sich die Morgenstimmung am Kap Horn zunaechst nur schwer geniessen. Insbesondere sind Oskar und Sophie inzwischen allen Mitreisenden bekannt und werden dauernd angesprochen und teilweise hysterisch abgekuesst.
Als so ziemlich die letzten kehren wir zu den Booten zurueck und haben so doch noch ein paar ruhige Minuten - jetzt aber wirklich - am Ende der Welt.

Am 5. April sind wir wieder in Ushuaia, das inzwischen von Schneebedeckten Bergen umrahmt wird. Heute ist ja eigentlich mein Geburtstag, aber nach Tagen des Schlemmens ist uns nicht mehr gross nach Feiern zumute. Oskar und Sophie tut nach all der Publicity die Ruhe gut. Es dauert aber trotzdem noch einen ganzen Tag bis sich die beiden entspannt haben. Am 7. April fliegen wir ueber Buenos Aires und Madrid zurueck nach Muenchen.

Schoen und richtig war es die Reise zu machen, aber jetzt ist es auch gut sie zu beenden.

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